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Referenzmaterialien Abc des Armaturenbaus

Neben den aufgezählten Hauptbegriffen werden im Armaturenbau am öftesten folgende Begriffe angewendet, die spezifische Bestandteile, Objekte und Parameter der hergestellten Erzeugnisse wiederspiegeln.

Armaturentyp – eine Einordnungseinheit, die durch die Wechselwirkung des beweglichen Teils des Schiebers (Absperrorgan) mit dem Strom des Fördermittels gekennzeichnet wird und Hauptkonstruktionsmerkmale der Rohrleitungsarmatur bestimmt. Zum Bespiel, Schieber, Hahn, Ventil u.s.w.

Armaturenart – eine Einordnungseinheit, die die Funktionsbestimmung der Rohrleitungsarmatur, zum Beispiel Absperr-, Regelarmatur u.ä. kennzeichnet.

Typenabmessungen der Armatur – eine Ausführung der Rohrleitungsarmatur, die durch eine Nennweite und einen Nenndruck festgelegt ist und eine Bezeichnung der Gruppen-Hauptkonstruktionsunterlage hat.

Ausführung der Armatur – eine Konstruktion einer der Typen der Rohrletungsarmatur, die neben die Nennweite und den Nenndruck durch variable Angaben, festgelegt ist: Werkstoff der Hauptteile, Anschluß an die Rohrleitung, Steuerungsart u. a., worüber Information in einer Gruppen- oder Basiskonstruktionsunterlage enthalten wird. Die Ausführung entspricht einem OKP-Kode.

Baureihe – die Rohrleitungsarmatur der identischen Konstruktion, die sich nur durch Nennweiten voneinander unterscheiden.

Parameterreihe – Konstruktionen der Rohrleitungsarmatur der verschiedenen Nennweiten, die identische Nennparameter haben.

Nennparameter – der Druck und die Temperatur des Fördermittels, die ohne Rücksicht auf Toleranzabweichungen angegeben sind.

Fördermittel – Flüssigkeit, Gas, Dickstoff oder deren Mischungen und andere Stoffe, für Steuerung deren (Abschließung, Verteilung, Regelung, Ableitung, Mischung, Phasenverteilung) die Rohrleitungsarmatur bestimmt ist.

Außenmedium – Außenluft, Gas, Flüssigkeit oder andere Stoffe, die Rohrleitungsarmatur umgeben.

Steuermedium – Flüssigkeit, Gas oder andere Stoffe, die als Arbeitsmedium in Armaturenantrieben verwendet werden, und zwar die Stellkraft auf der Absperr- oder Regeleinheit erzeugen.

Befehlsmedium – Flüssigkeit, Gas oder andere Stoffe, die für die Übertragung von Befehlssignale in den Armaturenantrieb dienen.

Absolutdruck (Рабс) – ein Druck, der mit Rücksicht auf den Luftdruck gemessen wurde.

Überdruck (Р) – ein Druck, der ohne Rücksicht auf den Luftdruck gemessen wurde – als Null wurde der Luftdruck angenommen (Ра), Р= Рабс – Ра.
Bei Рабс > Ра heißt der Druck Р auch Manometerdruck.

Vakuum (W) – eine positive Differenz zwischen dem Luftdruck und dem Absolutdruck –
W = Ра – Рaбс (wenn Ра > Рaбс). Bei Ingenieurberechnungen wird normalerweise Ра = 1 Kgc/cm2 angenommen.

Arbeitstemperatur (Tr˚С) – die maximale Temperatur des Fördermittels, die beim normalen Ablauf des Arbeitsvorganges ohne Rücksicht auf zufällige kutzfristige Erhöhungen wirkt.

Baulänge der Armatur (L) – Längenabmessung der Armatur zwischen den äußeren Stirnseitenflächen ihrer Anschlussteile (Flanschen, Muffen, Stutzen, Nippel, Stutzen zum Anschweißen).

Bauhöhe der Armatur (Н) – ein Abstand zwischen der Achse der Durchlaufstutzen des Armaturengehäuses und dem höchsten Punkt der Konstruktion (einer Spindel oder eines Antriebs) bei der offenen Lage des Erzeugnisses.

Verbrauch – ein Volumen und ein Gewicht des Fördermittels, das durch das Durchflussquerschnitts der Armatur für eine Zeiteinheit bei vorgegebenen Werten (Druck, Temperatur, Dichte) läuft.

Hydraulische Widerstandszahl – ein Verhältnis des Verlustdrucks zum Staudruck (dynamischen Druck) in bedingtem (angenommenem) Durchflußquerschnitt.

Durchflußquerschnitt – eine Fläche, die durch wechselseitige Anordnung der beweglichen und unbeweglichen Elemente des Schiebers gebildet ist.

Leckage – Volumen oder Gewicht des Fördermittels, die durch den vom Nenndruck geschlossenen Schieber in eine Zeiteinheit bei vorgegebenen Werten (Druck, Temperatur, Dichte) läuft.

Dichtigkeit – eine Eigenschaft der Verbindung (lösbare und unlösbare Verbindung, mit beweglichem oder festem Kontakt), Leckagen zu verhindern. Die Dichtigkeit in Dichtungseinrichtungen wird durch eine Bildung von Nullabstand zwischen den Dichtungsteilen mittels eines dazwischen liegenden Dichtungselements oder eines festen Kontakts von zwei Dichtungsflächen mit einem Kraftangriff, der vorgegebene Dichtigkeitsstufe ermöglicht.

Die Dichtigkeitsnormen werden durch die stattliche Norm GOST geregelt (%;;-93, die auch Anforderungen zur Durchführung von Dichtigkeitsversuchen bestimmt. In Übereinstimmung mit der genannten GOST sollen Dichtigkeitsversuche wie folgt durchgeführt werden:

  • Druck und Fördermittel

DN

PN

Dichtigkeitsversuch eines Schiebers

≤ 80

≥ 1

а) Wasser – Druck 1,1х PN oder
b) Luft mit einem Druck 6 ± 0,5 Kgc/cm2

≥ 100

≤ 50

≤ 200

≥ 63

Wasser – Druck 1,1 х PN

≥ 250

≥ 1

  • Maximaldauer des Dichtigkeitsversuchs eines Schiebers

DN

Maximaldauer des Dichtigkeitsversuchs, s

Dichtung Metall über Metall

Nichtmetallische Dichtung

≤ 50

15

15

≥ 65

30

≤ 200

≥ 250

60

30

≤ 400

≥ 500

120

60

  • Maximal zulässige Leckagewerte bei Abnahmeprüfungen nach Dichtigkeitsklassen

Dichtigkeitsklasse

А

В

С

D

keine sichtbaren Leckagen

0,0006 cm3/min. х DN (Wasser)

0,018 cm3/min. х DN (Luft)

0,0018 cm3/min. х DN (Wasser)

0,18 cm3/ min. х DN (Luft)

0,006 cm3/min. х DN (Wasser)

1,8 cm3/ min. х DN (Luft)

Die Dichtigkeitsklasse der Absperrarmatur wird in den technischen Bedingungen für bestimmte Armaturenart angegeben. Die Leckagewerte entsprechen dem Fall des Ausfließens in die Luft. Bei der Bestimmung von Leckagen wird der Nenndurchmesser in Millimetern angenommen.

Undurchlässigkeit – eine Eigenschaft des Stoffes eines Teils, die durch Abwesenheit von Rissen, Auflockerungen, Gaseinschlüssen gekennzechnet wird, durch die das Fördermittel durchdringen kann.

Sicherheit – eine Eigenschaft der Rohrleitungsarmatur, vorgegebene Funktionen zu erfüllen, indem vorgegebene Betriebswerte in vorgeschrieben Grenzen sowie mit Rücksicht auf deren Betrieb, deren Verwendungsbedingungen und Wartung inklusive deren Reparaturen, Lagerung und Transport erhalten werden. Das ist eine Komplexeigenschaft, die solche Forderungen wie Störungsfreiheit, Dauerhaftigkeit u.s.w. enthält. Diese Anforderungen können getrennt oder als bestimmte Kombination bei der Einschätzung der Sicherheit der Armatur und deren einzelnen Baugruppen und Teile betrachtet werden.

Störungsfreiheit – Einzelkennwert der Sicherheit von der Rohrleitungsarmatur, die die Eigenschaft der Armatur, Arbeitsfähigkeit ununterbrochen im Laufe einer Zeit und einer Funktionsdauer zu erhalten, kennzeichnen.

Dauerhaftigkeit – Einzelkennwert der Sicherheit, der die Eigenschaft der Armatur, Arbeitsfähigkeit bis zum Eintreten eines Grenzzustandes zu erhalten. Als Kennwert der Dauerhaftigkeit gelten eine Lebensdauer und Ressource.

Arbeitsfähigkeit – Zustand, bei dem Rohrletiungsarmatur vorgegebene Finktionen erfüllen kann.

Funktionsdauer – Betriebsdauer der Rohrletungsarmatur in der Zeit oder als Ansprechenzyklen «geschlossen-geöffnet». Die Funktionsdauer kann ununterbrochen oder mit einer Pause ablaufen, wobei im letzten Fall eine Gesamteinschätzung in Rücksicht genommen wird.

Zyklus – die Bewegung des Absperrelements aus der Ausgangslage («geschlossen», «geöffnet») in gegenüberliegende Lage und zurück, verbunden mit Erfüllung der Hauptfunktion dieser Armaturenart.

Lebensdauer – Kalenderbetriebsdauer der Armatur ab Anfang des Betriebs oder ab deren Erneuerung nach einer Instandsetzung oder Generalreparatur bis zum Eintreten des Grenzzustandes der Armatur.

Ressource – die Funktionsdauer der Armatur ab Anfang deren Betriebs oder deren Erneuerung nach einer Instandsetzung oder Generalreparatur bis zum Eintreten des Grenzzustandes, das durch technische Normunterlagen festgelegt ist.

Grenzzustand – ein Zustand der Rohrleitungsarmatur, bei dem diese ihre Funktionen erfüllt, jedoch für weiteren Betrieb nicht verwendet werden kann, wobei der Betrieb wegen einer nicht zu behebenden Verletzung der Sicherheitsanforderungen eingestellt werden muss. Der Grenzzustand kann wegen der Überschreitung der vorgegebenen Kennwerte durch die vorgeschriebenen Grenzwerte sowie wegen der notwendigen Instandsetzung oder Generalreparatur oder wegen der Senkung der Effizienz des Betriebs der Armatur eintreten.

Dauerstandfestigkeit – eine Fähigkeit des Teilstoffes, die Festigkeit bei dauernder Wirkung der Spannung in diesem Teil (besonders wichtig bei hohen Temperaturen) zu erhalten.

Zyklenstandfestigkeit – eine Fähigkeit des Teilstoffs, seine Standfestigkeit beim Eintreten von Spannungen in diesem Teil zu erhalten.

Wärmeschock – eine plötzliche Wirkung einer hohen Temperatur auf Metall (bei plötzlichem Einströmen einer stark erwärmten Flüssigkeit in die Armatur, zum Beispiel eines Metallwärmeträgers).

Wärmezyklenstandfestigkeit – eine Fähigkeit des Teilstoffs, die Standfestigkeit beim Einfluss eines Wärmeschocks zu erhalten.

Feuer-, explosionsgefährdetes und giftiges Fördemittel – Gas oder Flüssigkeit, die sich entzünden, explodieren oder einen schädlichen Einfluss auf Menschen oder Tiere ausüben können.